Linner Hirten - Linner Schützenverein 1388 e. V.

Linner Schützenverein 1388 e. V.    - gemeinnütziger Verein -
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Linner Hirten

Linner Hirten

 
 
Der Linner Bürgerschaft gehörte das Linner Bruch als Weideland, sie besaß  zudem  Weideland im Eltbusch.
 
Gemeine Viehhirten, erstmals 1621 genannt, beaufsichtigten das ausgetriebene Vieh, welches unter anderem aus Pferden, Rindern, Schweinen, Schafen und Ziegen bestand. Das Gänsehüten war Sache der Frauen und Mädchen.
 
Die Viehhirten waren in früheren Zeiten allgegenwärtige Dienstleute im Alltag Linns.
 
Die Inhaber dieser Positionen hatten ein bescheidenes, aber verlässliches Einkommen. Sie erhielten jährlich eine Zuwendung zu ihrer Miete und ein Paar Schuhe, wofür sie auf das Vieh ein Auge zu halten hatten.
 
 
Der Hirte musste für vieles gerüstet sein, für Geburtshilfe und gebrochene Beine genauso wie für andere Erkrankungen. Viele kannten aufgrund ihrer Erfahrungen naturheilkundliche Rezepturen, die, wenn sie erfolgreich waren, in sogenannten Kurierbüchern festgehalten wurden.
 
 
Die Gruppe der Linner Hirten wurde 1999 gegründet.
 
Sie stellt Viehhirten und ihre Frauen aus dem 17.- 19. Jahrhundert dar.


Entstehungsgeschichte der Linner Hirten
 
 
Im Sommer 1999 trafen sich drei Paare, Monika und Siggi Blümel, Gevinon und Michael Hermann und Sigrid und Udo Nowak zum Essen. Wie in Linn üblich dreht sich das Gespräch irgendwann um einen Verein, sehr häufig um eine Kompanie oder Historische Gruppe. Auch in diesem Fall war das so. Die drei Herren waren, bei dem im Jahre 2000 bevorstehenden Schützenfest bei der Burgartillerie bestens versorgt, aber die Damen hatten keine Lust weiter am Wegesrand zu stehen und ihrem Gatten zuzujubeln. Nein sie wollten selbst aktiv am Burg-, Trachten und Heimatfest teilnehmen. Und es sollte etwas mit Tieren sein.
 
Da die Hunde schon vorhanden waren, haben sich die Damen für Schafe und / oder Ziegen entschieden. Im Bekanntenkreis stieß man auf großes Interesse für diese Idee und daraus entstand eine Gruppe von 9 Frauen und 2 Kindern, die zukünftig als Linner Hirten am Schützenfest teilnehmen wollten. Nachdem sich dieser Kreis zusammengefunden hatte, einigte man sich auf Schafe als die ihre, die als erstes von den Linner Hirten gehütet werden sollten.
 
Erfreulicherweise haben sich die Damen nicht in irgendwelche Phantasiegewänder geworfen und dann am Heimatfest mitgemacht, nein, es soll ja alles möglichst authentisch sein.
 
Erkundigungen über das Leben, die Kleidung, die Fähigkeiten der Hirten und über die Zeit, wann diese Menschen in Linn ihren Dienst verrichtet haben wurden eingezogen. So hat man Schritt für Schritt interessante Informationen zusammengetragen, die Grundlage für die Ausrichtung des Vereins der Linner Hirten sind und ein Stück Linner Geschichte darstellen.
 
Bereits im Jahre 1621 gab es in Linn einen Kuh- und einen Schweinehirten. Der Vertrag des letzten Linner Hirten in der Elt aus dem Jahre 1827 ist überliefert. Darin wurde festgelegt, dass dem Viehhirten  pro Kuh 12  Silbergroschen, pro Rind 8 Silbergroschen und pro Gans 2 Pfennige zu bezahlen waren.
 
Die Aufgaben der Hirten bestand nicht nur darin das Vieh zu hüten, sie mussten auch darauf achten, dass dem Linner Bruch durch das Vieh keinen Schaden zugefügt wurde, sie waren zu jeder Zeit als Geburtshelfer bei den Tieren gefragt. Der Gesundheitszustand der Tiere oblag ebenfalls den Hirten. Viele kannten naturheilkundliche Rezepte, die in sogenannten Kurierbüchern festgehalten wurden. Der größte Teil dieser Anwendungen besteht aus normalen Kräuterrezepturen, wie man sie auch noch in den Apotheken erhalten könnte.
 
Hirten mussten für vieles gerüstet sein, z.b. für gebrochene Beine und andere Verletzungen. Sie wussten über das Wetter Bescheid und  entwickelten handwerkliche, ja zum Teil künstlerische Fähigkeiten, die sich in zahlreichen Schnitzarbeiten wiederfinden. Es ist verständlich, dass sich bei diesen Menschen allerlei Eigenheiten im Sinne des Brauchtums entwickelten.
 
 
Inzwischen haben die Hirtinnen, teils mit geliehenen oder eigenen Schafen an 6 Schützenfesten teilgenommen.
 
Auch die Zusammensetzung der Gruppe hat sich im Laufe der Jahre verändert.
 
Unter Leitung von Monika Blümel besteht die Gruppe zur Zeit aus 14 Frauen und 5 Kindern.
 
       

Linner Burg-, Trachten- und Heimatfest
2000


Linner Burg-, Trachten- und Heimatfest
2003



Linner Burg-, Trachten- und Heimatfest
2006



Linner Burg-, Trachten- und Heimatfest
2009



Linner Burg-, Trachten- und Heimatfest
2012



Linner Burg-, Trachten- und Heimatfest
2015


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